28. Juli 2014

Liveblogging Italian Poker Open in Campione d'Italia!

So, leider muss ich aus aktuellem Anlass meine Serie der Schwedenberichte vorübergehend unterbrechen!
Da der gute 'Konti' (ein mir bekannter Otto aus alter Counter-Strike Zeit) und ich uns nun schon seit längerer Zeit sehr hold sind, haben wir nun das unabdingbare Bedürfnis uns unseren Frivolitäten gerne auch mal im richtigen Leben zu fröhen! Was würde sich da besser eingen als ein gemeinsamer Pokertrip nach Campione d'Italia zu den Italian Poker Open?

- Nichts! Stimmt genau, richtige Antwort und deshalb gehen wir auch genau dort mal so richtig steil und reiben uns mit der gesamten Körperfläche an den Italienern! EINREIBEN JETZT!!!

Cliffs für euch:

Los gehts am kommenden Donnerstag übers Wochenende für 3-4 Tage je nach dem wie die Action vor Ort ist.
Das erste Schmuckstück in Schriftform werden wir euch vermutlich Donnerstag Nachmittag hier in gewohnter Manier reinklatschen!

Für alle geographisch unbewanderten Retards unter euch: Campione d'Italia ist eine italienische Exklave, die im schweizer Kanton Tessin liegt.
Meiner Meinung nach ist der Tessin der mit Abstand schönste Kanton der Schweiz und auch fernab des Pokerns immer eine Reise wert.
Campione d'Italia liegt direkt am Luganer See gegenüber von Lugano.

Luganer See


Wer jetzt schon mehr über Konti und seinen fabulösen Las Vegas-Blog erfahren will, der klickt einfach mal auf diesen Link.

23. Juli 2014

Midsommer in Schweden: Ashammar -> Leksand - MIDSOMMAR WOOHOO!

Am nächsten Mittag brachte uns der Bärenjäger in eine 30km entfernte Stadt, die direkt an der Straße nach Leksand lag. Seiner Meinung nach hätten wir hier die besten Chancen gut wegzukommen.
Wir gönnten uns zunächst mal eine ordentliche Mahlzeit in einem Imbiss bevor wir bei einem nahe gelegenen LIDL einen Großeinkauf für das heutige Midsommarfest tätigten.

Nach ewiger Wartezeit (ca. 1,5h) hatte ein junges Pärchen in einem Amibus erbarmen und nahm uns die 150km direkt bis nach Leksand mit. Sie wollten dort auch Midsommar feiern und so bekamen wir bereits jetzt einen kleinen Vorgeschmack auf das anstehende Fest.

In Leksand angekommen, beschloss 'sn9ke', dass wir heute mal im Garten von irgendwelchen Leuten zelten wollten. Die ersten Leute, die er ansprach, waren sich nicht so recht sicher, ob sie uns das erlauben dürfen, da sie nur zur Miete wohnten.
Die zweite Familie, direkt neben der Midsommarwiese, willigte schnell ein und überließ uns sogar ihr Gästehaus.


Gästehaus



Midsommarwiese
 

Nachdem wir uns im Gästehaus häuslich eingerichtet hatten, schlenderten wir mit ein paar Bierchen über die Midsommarwiese und schauten uns ein bisschen in Leksand um.

Precelebration

  video

Gegen 20h war es dann auch soweit und die feierliche Midsommarcelebration war nun in vollem Gange.

Midsommarbaum
 



Am Ende der Zeremonie fand der traditionelle Midsommartanz um den Baum herum statt. Diesen Tanz wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, also zieht euch das Video rein!

video

Nach etwa 2 Stunden war die Zeremonie dann auch beendet und die meisten Leute verteilten sich überall in der Stadt. Wir beschlossen erstmal ne ordentliche Pizza essen zu gehen, für mich die zweite an diesem Tag :)
Nun war es auch schon ca. 0h und 'sn9ke' war aufgrund der vielen heißen Schwedinnen in totaler Feierlaune und zog noch bis 4h morgens auf dem nahegelegenen Festivalgelände durch.
Ich war aber nach nunmehr 5 Tagen trampen komplett fertig und beschloss pennen zu gehen.

14. Juli 2014

Midsommer in Schweden Tag IV: Örnsköldsvik -> Ashammar

Da uns so ziemlich jeder Lift bisher erzählte, dass die größte Midsommer-Celebration rund um den Siljan-See in den Orten Leksand und Rättvik stattfindet, entschieden wir uns logischerweise Midsommer genau dort zu verbringen.
Ursprünglich wollten wir möglichst weit hoch zum Polarkreis in die Nähe der finnischen Grenze, aber angeblich soll da oben in der Midsommernacht nichts besonderes stattfinden und außerdem sollte es nach Angaben einiger Leute in Nordschweden sogar schneien Ende Juni, so dass wir diesen Plan ziemlich schnell verwarfen.
Da der Siljan-See in Mittelschweden liegt, kann ich direkt schonmal vorwegnehmen, dass "Örnsköldsvik" somit der nördlichste Punkt unserer Schwedenrundreise war.

An diesem Donnerstag standen wir auf und duschten erstmal auf dem nahegelegenen Campingplatz ehe es wieder hieß: Daumen raus, umkehren, ab in den Süden nach Leksand zum Midsommerfest!
Wir wurden direkt von einem Mann 20km zurück nach Örnsköldsvik mitgenommen und gönnten uns erstmal ein ausgiebiges Frühstück im hiesigen BurgerKing.
Danach ging es mit einem Schweden bis nach Sundsvall. Hier sackte uns nach kurzer Wartezeit ein Deutscher ein, der ursprünglich aus Berlin stammt, aber mittlerweile nach Schweden ausgewandert ist. Auf jeden Fall ein lässiger Typ mit dem wir uns nett unterhielten.
Er setzte uns an einer Auffahrt zur Autobahn raus und nach ca. 30 minütiger Wartezeit hatte ein Schwede erbarmen und nahm uns bis kurz hinter Gävle auf eine Tanke mit.


'sn9ke' auf der Autobahnauffahrt


Hier fing es dann leider zum ersten Mal etwas an zu regnen und es wurde Abends auch schon deutlich dunkler als noch eine Nacht zuvor in Örnsköldsvik.
Wir waren so gegen 0 Uhr schon fast auf dem Weg in den nahegelegenen Wald, als ich die finale Ansage machte: "Lass noch 3 Stück anlabern, dann is gut.."
'sn9ke' war aber total übermotiviert und sprach noch einen 4. - ziemlich aussichtslosen - Lift an obwohl dort bereits 3 Leute im Auto saßen.
Ein älteres Pärchen mit ihrem Sohn, der so unser Alter etwa Mitte-Ende 20 war. Nach kurzer Diskussion im Auto bot uns das Paar an gerne bei ihnen im Garten zu zelten.
Wir überlegten kurz bevor wir einwilligten, weil wir doch eigentlich wild im Wald campen und gediegen Feuer machen wollten...
Der Vater versicherte uns aber, dass Feuer gar nicht nötig sei und er auch gerne um Mitternacht seinen Gasgrill für uns anwerfen würde, so dass wir noch ein leckeres "Abendmahl" einnehmen können.
So saßen wir mit dem Vater bis um halb 3 morgens auf der Veranda seines typischen roten Schwedenhauses grillten und lauschten seinen Erzählungen.
Der Vater war nämlich bis vor 5 Jahren Jäger und hat bereits 3 Bären und unzählige Elche erlegt. Ganz stolz präsentierte er uns sein Bärenfell über dem Sessel und seine Trophäen, die wir auch gleich mal fotografierten!


3 Bärenschädel im Regal



Bärenfell über dem Wohnzimmersessel


Elchgeweih


Super geflashed von seinen Erzählungen gingen wir dann so gegen halb 3 schlafen. Diese Nacht war ganz besonders kalt, ich würde mal so auf < 5° C tippen, da wir tagsüber die letzten Tage auch immer nur Temperaturen um die 10-12° C hatten. Man konnte zum ersten Mal unseren Atem extrem deutlich sehen.


Route Tag IV: Örnsköldsvik - Ashammar


8. Juli 2014

Midsommer in Schweden Tag III: Örebrö -> Örnsköldsvik

Wir schliefen erstmal ordentlich aus und stellten uns dann an eine stark befahrene Straße mit Ampel um den ersten Lift des Tages einzutüten.

Nach etwa 20-minütiger Wartezeit nahm uns ein Schwede mit, der gebürtig aus Eritrea stammt. Er klärte uns während der ca. 1 stündigen Fahrt nach Västeras über die Schattenseiten seines Landes auf. Laut seiner Aussage ist Eritrea ähnlich wie Nordkorea, ein ekelhafter von Propaganda beherrschter Staat. Die Einwohner Eritreas dürfen das Land für Urlaube, Reisen etc. nicht verlassen bevor sie 37 Jahre alt sind. Sick shit!
Wir stiegen in Västeras bei einem Mäcces aus und streckten nach einem kurzen Shoppingaufenthalt im COOP auch schon alsbald den Daumen raus!
Wir wurden von zwei Männern mitgenommen und 30km weiter an einer Haltebucht rausgelassen. Wenig später nahm uns von dort aus ein Mann mit in Richtung Gävle, welches ca. 80km nördlich von Stockholm direkt an der Küstenautobahn liegt.
Hier stiegen wir auf einer Autobahnraste aus und überquerten die Brücke um auf die andere Seite zu kommen. Die Raste war - wie es recht häufig in Italien üblich ist - über die Autobahn gebaut, so dass man durch die Restaurants auf die andere Seite laufen konnte.
Hier nahm uns ein älteres schwedisches Paar ca. 60km weiter in Richtung Norden mit.

Auf der nächsten Raste nahm uns nach 2 minütiger Wartezeit ein fußballbegeistertes Pärchen mit nach Haernosand. Wir chillten noch kurz 2 Minuten an einem See, der direkt an der Raste lag und lauschten danach der schwedischen Radioübertragung des Spiels Niederlande - Australien!

Der See!


Dort ausgestiegen, hielten wir nicht lange den Daumen an der Landstraße raus und schon nahm uns Tina - eine typisch blonde gutaussehende Schwedin - mit nach Örnsköldsvik.
Sie wollte unbedingt noch ein Foto von uns schießen und so ließen wir uns doch gerne vor ihrem Auto ablichten!


Mittlerweile war es Abend geworden und auch recht frisch im hohen Norden. So beschlossen wir uns von einer Tanke in Örnsköldsvik von 2 noch relativ jungen - leider nicht sonderlich gutaussehenden - Schwedinnen ca. 20km in nördliche Richtung fahren zu lassen um unser Zelt im Wald aufzuschlagen.

Wir stiegen bei einem Campingplatz aus, ließen diesen natürlich links liegen und marschierten in einen typisch nordschwedischen Kiefernwald mit auf dem Waldboden wachsenden Blaubeeren und Flechten.


"Nachts" taghell im Wald



Feuerholz?



Wie man den Fotos entnehmen kann, ist es 00:41h Ortszeit und trotzdem noch taghell im Wald! Jeiler Scheiss man, Midsommer ALLEZ!


 Route Tag III: Örebrö - Örnsköldsvik



2. Juli 2014

Midsommer in Schweden Tag II: Malmö -> Örebrö

Total tiefenentspannt standen wir am nächsten Mittag auf und marschierten erstmal zurück auf die Raste. Auf dem Weg dorthin kamen uns zwei andere Tramper entgegen die für ca. einen Monat einfach ohne konkretes Ziel nach Süd-Ost-Europa trampen wollten! Nice!
Nach einem kurzen Palawer gingen wir erstmal zu Pizza Hut frühstücken. Hier erwartete uns ein All-you-can-eat Buffet mit Pizza, Salat, Getränken und Eis inklusive für schlappe 9,50€. Dies dürfte wohl für schwedische Verhältnisse ein absoluter Spottpreis sein!

Fresserei bei Pizza Hut


Wir konnten gar nicht genug konsumieren und hingen deshalb insgesamt schlanke 2 Stunden im Pizza Hut ab.
Danach ging es auf die Tanke, hier erstmal schön in zwei Liegestühlen chillen und nebenbei den nächsten Lift shaven.
'sn9ke' machte den nächsten Lift namens Robert in einem AMG-tuned Mercedes klar. Robert fuhr auch mal ganz entspannt 500km bis nach Örebrö und wir setzten uns dankend in seine Karre.
Auf der Fahrt erzählte er uns über die "Svensk-Classics", die aus 4 Wettbewerben (Radfahren, Schwimmen, Laufen & Skilanglauf) bestehen.
Er hat bisher 3x an der Radrundfahrt um den Vätternsee teilgenommen und die 350km lange Strecke einmal in 10 Stunden und zwei Mal in 12 Stunden absolviert! Stattlich stattlich!
Er fuhr sogar noch einen kleinen Umweg um uns den Start des Radrennens direkt neben dem See zu zeigen.
Am Ende hielt er sogar noch kurz für uns an einem Einkaufszentrum an, so dass wir uns mit allerlei Würsten für den heutigen Abend eindecken konnten.

Gegen 20h stiegen wir in Örebrö aus und marschierten wie am Vortag wieder in den Wald um zu zelten, Feuer zu machen und zu grillen.

Vorher quetschte sich 'sn9ke' noch professionell in ein altes Dreirad was auf unserer Tanke stand.


Ist das tight!




Zelt, Wald & Feuer



Route Tag II: Malmö - Örebrö